Unbenannt

Bankangestellte am Morgen

Im Dunkeln strahlend

Wie Tintenfische

Kaneko Tôta, gefunden in Barthes, Die Vorbereitung des Romans

Sommerabend

Staub der Wege

Goldenes Feuer trockener Kräuter

Schehadé, gefunden in Barthes, Die Vorbereitung des Romans

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Unbenannt

Strahlender Mond

Kein dunkler Winkel

Um den Aschenbecher zu leeren

Fugyoku, gefunden in Barthes, Die Vorbereitung des Romans

Dieses Haiku finde ich besonders. Es ist da der Mond, strahlend. Immer strahlend! Kein dunkler Winkel, Ort im Wechselspiel mit Zeit hier, jemand hatte Zeit gehabt, Zigarette(n) zu rauchen, es gibt einen Aschenbecher mit bestimmt was drin, entleert soll er werden. Eigentlich weisen die ersten beiden Zeilen durch die zweite Zeile auf einen Ort hin oder wollen das, der Mond war noch sehr Ort und/ oder Zeit, während der Winkel eher ein Ort ist, aber auch Zeit sein kann. Die dritte Zeile ist am Ende durch die Implikation eine Zeit für mich. Sie nimmt jedoch Bezug zu den ersten beiden, über den Ort, aber irgendwie auch über die Zeit, und zwar dann, wenn man weiß, und das ganze Gedicht machte sonst keinen Sinn, dass der Mond es nicht war, der die Zigarette(n) geraucht hatte, sondern jemand anderes, denn er ist ja immerdauernd strahlend und schafft es da nicht, eine zu paffen oder mehrere, denn eine/r leert den Aschenbecher nach einer Zigarette, der/ die andere eher, wenn er voll ist. Ganz lustig .. Und: Man kann schon mal keinen Aschenbecher leeren, aber kann man sich vom Mond entleeren? Wie geht das, wenn man es kann, wann muss man das, also kann man das, es gibt ein Muss?

Unbenannt

Ich komme also auf den einfachen, in der Tat unerbittlichen Gedanken zurück, dass die „Literatur“ (denn im Grunde ist mein Vorhaben ein „literarisches“) immer aus dem „Leben“ gemacht wird. Mein Problem besteht darin, dass ich zu meinem vergangenen Leben keinen Zugang zu haben glaube, es liegt im Nebel, es ist blaß, von schwacher Intensität (ohne die es kein Schreiben gibt). Intensiv ist dagegen das gegenwärtige Leben, struktural vermischt (das ist meine Situation) mit dem Wunsch, es zu schreiben.

Roland Barthes

Ich weiß nicht. Das mit dem Nebel, dem intensiv – DARUM geht es?! Das mit dem Schreiben des gegenwärtig Wichtigen finde ich toll. Und doch, irgendetwas stimmt eventuell nicht.

Unbenannt

Der Winterwind weht

Die Augen der Katzen

Blinzeln

Bashô
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Unbenannt

Vielleicht wäre das sogar eine topische Definition des Schreibens (der Literatur) im Gegensatz zur WISSENSCHAFT: Ordnung eines Wissens, in der das Produkt von der Produktion nicht unterschieden ist, Praxis des Triebs (und insoweit einer Erotik zugehörig) …

Roland Barthes, Die Vorbereitung des Romans

Etwas vielleicht Ähnliches hatte ich mir für meine intrinsisch liebenden Aktionen aus dem Gedicht mit den Mährischen Volksliedern auch ein bisschen gedacht, nur in Anklängen nämlich, und aber so, dass vielleicht selbst die Entscheidung zu einem Tun das Tun bereits ist, in jedem Fall aber das Tun das Getane bereits mit ist, eigentlich alles, das Tun vielleicht ist.