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Die Adern der Weben, der Fäden - im Sinken runter, bis ganz dort hin

Betrachtungen zu Barthes, und weiter, und gerade las ich, er schrieb am Tag. Das ist irgendwie keine Überraschung für mich. Bei mir, ich warte auf ein Drängen. Und brauche eine genügend lange Zeitspanne dann. Und, sobald das Drängen verspürt, der Plan, zu schreiben, gleichsam formuliert ist, beginne ich. Gerade einen Kaffee kann ich noch kochen. Den ich vergesse, zu trinken. Mehr nie. Ob tags. Oder in der Nacht.

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Die Adern der Weben, der Fäden - im Sinken runter, bis ganz dort hin

„Was man die Reife eines Schriftsellers nennt, […] ist zweifellos kein Wachstum der Kräfte (physiologisches Bild), sondern die feine, genaue, aus der Lehre der Erfahrungen gewonnene Erkenntnis, wo sie am besten einzusetzen sind …“ Barthes, Die Vorbereitung des Romans, und, auch darin, auch von ihm: „Talent: eine Grenze, über die man nicht hinauskann, ohne zu scheitern, die man nicht überschreiten kann: eine Grenze der Kräfte.“ Ich dachte früher, Erfahrung braucht kind mal gar nicht. Alles wäre zu überblicken, wenn talentiert und mit genügend Infos, selbst ein Kind vermöge das vielleicht, und auch das eigene Können somit?! Da habe ich „damals“ Abstriche gemacht, nein, den Abstrich. Heute sehe ich es etwas anders. Eigentlich gegensätzlich, der erste Punkt, und doch, es passt, zu sagen, etwas anders, prozessbezogen. Gewichtiger erscheint mir, es weniger gewichtig zu nehmen. Als ich Erfahrung als unnötig empfand (und benannte), war ich übrigens ein Kind, vielleicht 7 Jahre. Der Abstrich war dann Gedanke in meiner Jugend. Eigentlich ja hab ich als Kind mir Gedanken über mein eigenes Können gemacht. Und doch, geht nicht alles, so die Idee aus der Jugend. Die Infos, als ich das benannte, denn da gab es ein Beispiel, mit Infos, habe ich übrigens nicht bekommen, bloß Schelte, wie „frech“ ich wär.

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Et voilà, Karstrelief

„Das BUCH ist in der Tat dazu verurteilt, zertrümmert zu werden, zu erratischen Ruinen; es ist wie ein Stück Zucker, das im Wasser zerfällt: Manche Teile sinken ein, andere bleiben stehen, aufgerichtet, kristallin, rein und glänzend. In der Geographie würde man es als Karstrelief bezeichnen.“ -Barthes, Die Vorbereitung des Romans, und dann: „8. Juli 1979, im überfüllten Bus der Linie 21, Sonnabend gegen 21 Uhr, neben mir ein etwa vierzigjähriger Mann, der – mit einem kleinen Lineal und einem schwarzen Kugelschreiber bewaffnet – unbeirrbar beinahe sämtliche Sätze eines Buches unterstreicht (ich habe nicht gesehen, welches Buch).“

Das ist mir auch schon passiert. Also ich war die das Unterstreichende. Es ist auch jenes, was es gerade toll macht für mich, nicht das Skurrile des Beispieles. Weil ich noch weiß, wie es war!

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Kafka: „Als ich [[…]] nach einem kurzen Nachmittagsschlaf die Augen öffnete, meines Lebens noch nicht ganz sicher, hörte ich meine Mutter in natürlichem Ton vom Balkon hinunterfragen: ,Was machen Sie?‘ Eine Frau antwortete aus dem Garten: ‚Ich jause im Grünen.‘ Da staunte ich über die Festigkeit, mit der die Menschen das Leben zu tragen wissen.“ Ist mir auch manchmal passiert; selten, meistens sind es Derivate, sehr viel weniger mild. Wenngleich auch in „diesem“ Beispiel eine Schärfe bei mir immer mit anzutreffen war: ein Abgrund, über den man weit hinübersieht, „leicht“ abwesend. Und Kafka? Gerade vulnerabel, DAS. Er ist. Noch im Traum. Ein Auge schielt rüber in den Abgrund, den Dialog; wird gewahr der schier unendlichen Schlichtheit, im Paradoxon immer große, ja, Festigkeit hervorbringend, Staunen als Euphemismus für Traurigkeit hier, glaube ich. Die doppelten eckigen Klammern entsprechen einer von Barthes angezeigten Auslassung in Die Vorbereitung des Romans.

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Tüdelüt

Werdendes Leben

Barthes: „… so bin ich mehr als erstaunt, ich reagiere verständnislos; mir ist unbegreiflich, wofür sonst sie ihre Zeit verwenden [statt zu schreiben, mindestens doch nach der Zeit, die ihr Beruf benötigte], welcher Zeit sie statt dessen sich zuwenden können. Diese Dunkelheit ist das Indiz für eine Manie; für mich wäre der Gegensatz zum Schreiben nichts bloß Banales: ich kann darin nur eine PHILOSOPHIE erkennen…“

Und weiter in „Die Vorbereitung des Romans“: „Was für ein verdammtes Metier! Welch verfluchte Manie! Und doch sollten wir sie segnen, diese teure Qual. Ohne sie müßte man sterben. Das Leben ist nur unter der Bedingung zu ertragen, daß man nicht daran teilnimmt“, Flaubert. Barthes: „BEGEHREN ZU SCHREIBEN funktioniert wie eine soziale Ausgrenzung, eine Absonderung“. Flaubert: „Ich schreibe für mich, für mich allein, so wie ich rauche und wie ich schlafe.“ Barthes: „Jedes Manuskript ist langweilig, weil es ein massiver Block reinen BEGEHRENS ist – sei es von Dante oder Alexandre Dumas –, und nur mit diesem Massiv, diesem Paket von Begehren, das man mir vorsetzt, habe ich zu tun.“ Erträglich, so Barthes, könne das erst sein, wenn es publiziert ist.

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Die Adern der Weben, der Fäden - im Sinken runter, bis ganz dort hin

Barthes. „… dasjenige hervortreten zu lassen, herauszulösen, nicht was ihn [den geliebten Autoren] von mir unterscheidet (Bemühung um Originalität ist eine Sackgasse), sondern was in mir von mir verschieden ist: Der bewunderte Fremde drängt mich, treibt mich dazu, aktiv das Fremde in mir zu bejahen, den Fremden, der ich für mich bin“, Barthes.

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Punktmond
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Punktmond

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Auf dem Tablett steht auch eine Bluetoothbox

Heute habe ich meinen ersten Song mit längrem Text geschrieben. Es sind zwei Arten Leid, über die ich schreib. Aber denke, geht.