So habe ich es mir zu Ostern gedacht

Licht ist stärker, als alles. Diesen Gedanken hatte ich oft. Seit ich denke oft und er hat mich dann immer immens stark gemacht. Das war manchmal auch nötig. Der Gedanke birgt für mich, ihn weiterzutragen. Das sagt er mit. Weil es nötig ist, ist das. Ich denke, auch dem noch so kleinen, der noch so kleinen, kann das Licht übermächtige Stärke geben. Es ist gar nicht so viel, es ist dieses Quäntchen mehr auf dieser Seite, so empfinde ich es immer. Ich wollte dieses Ostern gerne einen Gottesdienst sehen, im Fernsehen, im Internet, doch ich kam noch gar nicht dazu. Ich mache das nachträglich. Ich habe ein Osterlicht angezündet und werde gleich meine Haare waschen, nachher einen Osterzopf zu flechten.

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Pur

Vielleicht finde ich doch noch zu Fotos, die ich mag ..

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Es ist Karfreitag. Ich habe endlich das neue Clarkalbum gehört. Zwar noch nicht ganz aufmerksam, so aber doch schon weitaus mehr, als bisher, wo ich die FLACs noch nicht hatte, nur die LP, die ich nur auf den Boxen habe, nicht Kopfhörern, und das ist für Kopfhörer. Gestern jedoch bekam ich sie, war aber schon zu müde, um noch zu hören, heute dann als erstes. Und ich denke, es ist wohl sein bestes Album. Ich höre Kindheit daraus. Am liebsten mag ich „Lovelock“, „Small“, „Shut You Down“ und „Aura Nera“. Und „Lambent Rag“.

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Einige der Notizen.

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Was mich absolut erschreckt, ist der ungleichmäßige Charakter der Trauer.

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Trauer: keine Auslöschung, Blockade (die eine „Fülle“ voraussetzen würde), sondern eine schmerzhafte Bereitschaft: Ich bin alarmiert, warte lauernd auf die Ankunft eines „Lebenssinns“.

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Meine Welt: dumpf. Nichts klingt darin wirklich nach – nichts nimmt darin Gestalt an.

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Eigentlich, letztlich, immer dies: wie wenn ich wie tot wäre.

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Ich leide an der Angst vor dem, was eingetreten ist.

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Ruhe des Wochenendes um den 15. August; während im Radio Der holzgeschnitze Prinz von Bartók gespielt wird, lese ich (in Bashōs großem Reisebericht, beim Besuch des Tempels von Kashino): „Wir blieben für ein langes Wochenende in äußerster Stille sitzen.“

Im Nu empfinde ich eine Art satori, mild, glücklich, als ob meine Trauer sich besänftigte, sublimierte, versöhnte, sich vertiefte, ohne sich aufzuheben – als ob „ich mich wiederfände“.

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Tagebuch der Trauer, ich habe die letzten Seiten überflogen, alles andere bis einschließlich Seite 203 hatte ich genau gelesen, und doch, steht halt überall dasselbe. Eigentlich sind es einige unterschiedliche Gedanken. Doch es ist immer sie, die mit darin ist, sie (und, in meinen Augen, nicht, dass sie nicht mehr ist) ist nicht nur Ursprung ihrer, sie darf vor allem auch jeden dieser Gedanken bewohnen und färben. Wenn auch nicht ändern. Ich kann auch nicht mehr schreiben. Das ist so. Ein Traum hatte es mir jüngst erklärt. Es ist so. Es gibt ein Hier. Das gibt es auch nur, weil ich nicht schreibe.

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Fast bin ich mit dem Buch durch und ich teile, dass es, wenn man in geschäftiger Umgebung ist, schlimmer ist. Es lauter ist. Andererseits, und so auch Barthes, wenn man Dinge des Alltags in Ruhe tut, kann man sich mit dem verschwundenen geliebten Wesen unterhalten. Also das empfand/ empfinde ich beides auch so. Man kann die Kraft, das Badehandtuch zu nehmen sich nehmen, das ist nur von mir, nicht Barthes, und man kann sich, sich dann abtrocknend, unterhalten eben, so auch Barthes.

„Ich will nur noch Reisen machen, bei denen ich nicht die Zeit habe zu sagen: Ich will zurück!

Roland Barthes, wenn er reiste, freute sich immer darauf, zu seiner Mutter zurückzukehren. Auch allein die kleine Freiheit, zu reisen, spürte er nur in Bezug zu seiner dagebliebenen Mutter.

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Von mir vor ein paar Tagen gezeichnete Bilder:

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Barthes: „FW ist von qualvoller Liebe zerstört, er leidet, ist ständig niedergeschlagen, bedürftig, an allem desinteressiert etc. Dabei hat er niemanden verloren; der Mensch, den er liebt, lebt etc. Und ich neben ihm, ich höre ihm zu, mache einen ruhigen Eindruck, bin aufmerksam, präsent, als wäre mir nicht etwas unendlich viel Ernsteres geschehen.“

Barthes jetzt zu lesen ist wirklich schön. Es ist, als lebte ich zwischen den Seiten. Meinem einzigen übrig gebliebenen Ort.