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Die Adern der Weben, der Fäden - im Sinken runter, bis ganz dort hin

Wo du bist

Ich, die ich mit meiner Erkrankung das mir davor geliebte Lesen verlernt hatte, habe es nun wieder. Nach vielen Jahren des Nichtlesenkönnens, fühlt sich „Die Vorbereitung des Romans“ von Barthes jetzt normal an. Ich kann es noch nicht ganz glauben. Und doch, es hilft mir bereits durch diese Zeit. Es ist, was ich im Moment am liebsten.

Auch gerade erst war es, dass ich mich an etwas weiteres Typisches von früher erinnert habe. Etwas gänzlich in Vergessenheit geratenes. Und aber damals typisches, sehr sehr, aber ach, das „sehr“ ist schon in „typisch“. Mein Zopf ist’s übrigens. Ich habe ihn, wie ein Freund einmal bemerkte, immer ganz oben oder ganz unten getragen. Vor allem mein unten getragener Zopf, schlichtes schwarzes Band drumrum, war irgendwie von Wichtigkeit. Es fühlte sich an wie ein kleiner Zauber – als ich mich nun daran erinnerte. Und noch was.

Barthes: „Ich = dasjenige, das nichts von sich sagen kann, nicht weil es keinem anderen ähnelte, sondern weil es ,nichts‘ ähnelt: keine Allgemeinheit, kein Gesetz.“ So habe ich mich Zeit meines Lebens gefühlt. Das finde ich erstaunlich. Das jetzt in einem Buch zu lesen.

Die Welt schläft

Nichts zwischen

Dem Mond und mir

Seijugo in Barthes