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„Gewiss kann die Welt (das NOTIERBARE, notandum) bis ins Unendliche zerlegt werden (die Physiker tun es) – zumindest stoße ich auf keine andere Begrenzung als die der Wörter; und doch: Indem ich Wörter kombiniere (syntagmatische Produktion), kann ich bis zu den Mücken hinabsteigen -> folglich hat das Innehalten bei der Notation etwas Willkürliches -> Die Sprache legt der Natur ihr Gesetz auf […] So könnte die Definition der Poesie lauten: Letztlich wäre sie die Sprache des Realen, insoweit es nicht weiter teilbar ist oder an seiner weiteren Zerlegung nicht interessiert ist -> Paradox?“ -Barthes, Die Vorbereitung des Romans

Find ich romantisch. Die Unendlichkeit würde begrenzt sein durch das Wort. Die Kombination von Wörtern hingegen könne (wieder?) eine Unendlichkeit schaffen. Und einzig eine Unendlichkeit erschaffen? Denn die gedachte Unendlichkeit wäre ja begrenzt durch das Wort, psychologisch gesehen diesmal, wir können nur begreifen, was wir in Worte fassen können. Die Sprache kann einmal sein ein Wort, einmal die Kombination von Wörtern. Die Sprache legt der Natur ihr Gesetz auf, ein Wort. Die Poesie die Sprache wiederum des Realen, Kombination von Wörtern. Die Sprache des Realen, und unsere Sprache, dasselbe? Die Unendlichkeit und unteilbar. Und die Notation wäre willkürlich, doch die Welt kann einzig notierbar begriffen werden?! Gibt es Wörter, die unnotiert existieren? Wäre das psychologisch möglich und wäre das nicht ziemlich unromantisch, und sieht das auch Barthes so, der in „Die Vorbereitung des Romans“ dem Schreibenwollen eine so hohe Wichtigkeit einräumt?! Sind wir, was wir wollen vielleicht sogar?

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Mein schönstes Gedicht? Ich schrieb es nicht. Aus tiefsten Tiefen stieg es. Ich schwieg es.

Mascha Kaléko
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Wir sind nichts; was wir suchen, ist alles.

Friedrich Hölderlin
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Sehen

Im Grunde – oder äußerstenfalls – ist es besser, den Kopf zu heben oder die Augen zu schließen, wenn man ein Photo genau betrachten will.

Roland Barthes, „Die helle Kammer. Bemerkungen zur Photographie“

https://www.tate.org.uk/art/artworks/robert-philip-glass-and-robert-wilson-ar00214

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Salz

Für mich müssen Photographien von Landschaften (urbanen oder ländlichen) bewohnbar sein, nicht bereisbar.

Roland Barthes, „Die helle Kammer. Bemerkungen zur Photographie“
Charles Clifford, Alhambra, Granada, um 1858. „Dort würde ich gern leben …“ – Barthes.