Unbenannt

Scarlett riecht an der Rose

betörend, denkt sie

betörende Rose

*

Rose!

Rose!

Nicht Krankheit

aber sie ist noch

Scarlett ist noch

krank

*

ein Hauch der Welt

in eine andere

Andere …

ist nicht greifbar, doch

O, wie zart

’s Blatt

Schönheit, durchscheinende.

*

Klänge eines Klavieres

offenes Fenster,

daranheften

*

nicht Klaviers

Klavieres

ein Buchstabe mehr

zum Umschwirren

des Igels

Ich finde, auf diesem Foto von gestern – da sehe ich aus, wie ein Igeltier. Und das Igeltier ist elegant! Das sagt meine neue Lektüre, die ich – nach dem Titel aussuchte, den fand ich ziemlich schön.

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So habe ich es mir zu Ostern gedacht

Licht ist stärker, als alles. Diesen Gedanken hatte ich oft. Seit ich denke oft und er hat mich dann immer immens stark gemacht. Das war manchmal auch nötig. Der Gedanke birgt für mich, ihn weiterzutragen. Das sagt er mit. Weil es nötig ist, ist das. Ich denke, auch dem noch so kleinen, der noch so kleinen, kann das Licht übermächtige Stärke geben. Es ist gar nicht so viel, es ist dieses Quäntchen mehr auf dieser Seite, so empfinde ich es immer. Ich wollte dieses Ostern gerne einen Gottesdienst sehen, im Fernsehen, im Internet, doch ich kam noch gar nicht dazu. Ich mache das nachträglich. Ich habe ein Osterlicht angezündet und werde gleich meine Haare waschen, nachher einen Osterzopf zu flechten.

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Pur

Vielleicht finde ich doch noch zu Fotos, die ich mag ..

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Unbenannt

Es ist Karfreitag. Ich habe endlich das neue Clarkalbum gehört. Zwar noch nicht ganz aufmerksam, so aber doch schon weitaus mehr, als bisher, wo ich die FLACs noch nicht hatte, nur die LP, die ich nur auf den Boxen habe, nicht Kopfhörern, und das ist für Kopfhörer. Gestern jedoch bekam ich sie, war aber schon zu müde, um noch zu hören, heute dann als erstes. Und ich denke, es ist wohl sein bestes Album. Ich höre Kindheit daraus. Am liebsten mag ich „Lovelock“, „Small“, „Shut You Down“ und „Aura Nera“. Und „Lambent Rag“.

Unbenannt

Einige der Notizen.

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Was mich absolut erschreckt, ist der ungleichmäßige Charakter der Trauer.

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Trauer: keine Auslöschung, Blockade (die eine „Fülle“ voraussetzen würde), sondern eine schmerzhafte Bereitschaft: Ich bin alarmiert, warte lauernd auf die Ankunft eines „Lebenssinns“.

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Meine Welt: dumpf. Nichts klingt darin wirklich nach – nichts nimmt darin Gestalt an.

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Eigentlich, letztlich, immer dies: wie wenn ich wie tot wäre.

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Ich leide an der Angst vor dem, was eingetreten ist.

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Ruhe des Wochenendes um den 15. August; während im Radio Der holzgeschnitze Prinz von Bartók gespielt wird, lese ich (in Bashōs großem Reisebericht, beim Besuch des Tempels von Kashino): „Wir blieben für ein langes Wochenende in äußerster Stille sitzen.“

Im Nu empfinde ich eine Art satori, mild, glücklich, als ob meine Trauer sich besänftigte, sublimierte, versöhnte, sich vertiefte, ohne sich aufzuheben – als ob „ich mich wiederfände“.

Unbenannt

Tagebuch der Trauer, ich habe die letzten Seiten überflogen, alles andere bis einschließlich Seite 203 hatte ich genau gelesen, und doch, steht halt überall dasselbe. Eigentlich sind es einige unterschiedliche Gedanken. Doch es ist immer sie, die mit darin ist, sie (und, in meinen Augen, nicht, dass sie nicht mehr ist) ist nicht nur Ursprung ihrer, sie darf vor allem auch jeden dieser Gedanken bewohnen und färben. Wenn auch nicht ändern. Ich kann auch nicht mehr schreiben. Das ist so. Ein Traum hatte es mir jüngst erklärt. Es ist so. Es gibt ein Hier. Das gibt es auch nur, weil ich nicht schreibe.